Zu meiner Person

Hilde von Balluseck

Studium und Beruf

Ich bin vom Studium her Sozialwissenschaftlerin mit starker Neigung zu Psychologie und Politik; promoviert habe ich mit einer Arbeit über abweichendes Verhalten und Normensysteme. Darin habe ich Fragen behandelt, die mich damals sehr beschäftigt haben: Warum sind Menschen psychisch krank oder kriminell oder politisch auffällig und was haben die Normensysteme damit zu tun? Als Beispiele habe ich genommen: Depression für die psychische Krankheit, Drogengebrauch für kriminelles Handeln und Widerstand gegen Atomkraftwerke. Die Normensysteme, die ich dazu abgeklopft habe, waren entsprechend die Psychiatrie, das Strafrecht und – nicht ganz so konsequent – die Verfassung. Die Dissertation erschien 1976 und es frappiert mich, wie aktuell die Ergebnisse auch noch heute sind:

  • Die Psychiatrie hat sich zwar durch Reformen verbessert. Aber noch immer müssen Menschen, die an einer schweren psychischen Krankheit leiden, vermeiden, dies im Job bekannt werden zu lassen. Und noch immer wird zu schnell zu starken Medikamenten gegriffen, anstatt alle psychotherapeutischen Möglichkeiten auszuloten.
  • Noch immer wird der Gebrauch von Drogen kriminalisiert und damit das organisierte Verbrechen unterstützt. Die Drogentoten sind ein Verbrechen, nicht der Drogenkonsum als solcher.
  • Immerhin begriff Frau Merkel inzwischen, dass Atomkraft nicht beherrschbar ist (jedenfalls nicht durch Menschen), aber außerhalb Deutschlands wird munter an Kernkraftwerken weiter gebaut. Und noch immer ist die Frage des Endlagers für Atomabfälle nicht geklärt.

Meine berufliche Laufbahn schloss vergebliche Versuche, Journalistin zu werden ein, eine verhasste Phase als Marktforscherin (3 Jahre), eine ungewollte Karriere als Gerontologin (3 Jahre), und schließlich das Ankommen im erwünschten Beruf als Professorin an einer Hochschule für Soziales (27 Jahre). Während meiner Zeit als Hochschullehrerin habe ich zu den Themen Gerontologie, Sozialisation, Armut in Familien, Schulstationen, Minderjährige Flüchtlinge und Frühe Bildung gelehrt und geforscht.

Andere Tätigkeiten

  • Neben meinem Beruf habe ich viele Jahre lang Gesangsunterricht gehabt. Ein Lied aus dieser Zeit findet sich hier.
  • Nach einer jahrelangen Weiterbildung konnte ich mich „systemische Aufstellerin“ nennen und habe auch Aufstellungen geleitet. Die Arbeit war sehr befriedigend, aber mit zunehmendem Alter zu anstrengend. Während mein Lehrer, Albrecht Mahr, dem ich viel zu verdanken habe, auch in fortgeschrittenem Alter die Details, die Aufstellende in einer Sitzung berichten, behalten kann, gelingt mir dies nicht.
  • Das wichtigste Projekt in meiner Hochschullaufbahn war der Kampf um die Höherbewertung und -qualifizierung des Erzieherinnenberufs. Nach der Pensionierung habe ich mich mit dieser Thematik weiter befasst und 10 Jahre lang Internetportale für diese Berufsgruppe und andere in der Frühen Bildung Tätige redaktionell bearbeitet. Nun hatte ich doch noch mein ursprüngliches Berufsziel, Journalistin zu werden, erreicht.

Privatleben

Privat bin ich vorwiegend in einem Frauenhaushalt mit Mutter und zwei Schwestern aufgewachsen, habe Erfahrung mit Fluchten (zunächst vor den Nazis, später aus der SBZ) und folglich mit dem Ankommen in der Fremde, mit christlich geführten Kinderheimen und mit Depressionen. Mit 44 erfüllte sich mein Wunsch, Mutter zu werden. Seit drei Jahren bin ich erstmals verheiratet. Meine Geschichte und die meines Mannes habe ich unter dem Pseudonym Milla Burckhardt in dem Roman „Späte Begegnung“ veröffentlicht.

Politische Aktivität

In den 70ern habe ich mich stark gegen den § 218 engagiert. Heute mache ich mit bei den OMAs gegen Rechts. „Rechts“ reicht mir eigentlich nicht für alles, wogegen ich bin, aber die OMAs heißen nun mal so und haben den großen Vorteil, dass es sich um ältere Frauen handelt, von denen lange niemand Kenntnis nehmen wollte, schon gar nicht mit Respekt. Das ändert sich, und daran arbeite ich gerne mit. – Hinzu kommen meine politischen Artikel auf diesem Blog, von denen manche auch von der Nachrichtenagentur Pressenza veröffentlicht werden.