Willkommen!

Photo: Privat

Auf dieser Seite begegnen Sie dem Wissen, der Erfahrung und der Ignoranz einer 80jährigen Pensionärin, die den Mund nicht halten will, obgleich sie nichts mehr zu sagen hat.

Als ich jung war, dachte ich, ich sei eine gebildete Person. Je länger ich lebe, umso deutlicher wird mir meine Ignoranz. Ich habe keine Ahnung von Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Ich kann keine einzige Fremdsprache perfekt sprechen, geschweige denn schreiben. In der U- oder S-Bahn erlebe ich Menschen, die eine ganz andere Sprache sprechen als meine Muttersprache. Sie denken meist nicht daran, eine Sprache zu sprechen, die ich in der Schule ein wenig gelernt habe. Und ich verstehe kein Wort. Oft verfallen MitfahrerInnen in die deutsche Sprache – sie können offenbar mindestens zwei Sprachen fließend. Ich bin beschämt.

Es ist nicht nur die Sprache. Die Geographie dieses Globus muss ich mir ständig neu aneignen. Wenn ich Nachrichten aus Afrika oder Asien lese, muss ich meine Weltkarte aufsuchen, um mich über die Lage der Länder zu informieren, um die es geht.

Wie kommt solch eine ungebildete Frau dazu, Anderen sagen zu wollen, wo der Hammer hängt?

Erstens macht Schreiben mir Spaß. Meine Gedanken werden klarer, wenn ich sie aufschreibe. Und ich will ein wenig der Demenz vorbeugen, auch wenn völlig unklar ist, ob dies eine geeignete Methode der Prophylaxe des Persönlichkeitsverlusts ist. Zweitens macht es mir Freude, meine Sicht der Welt mit anderen zu teilen. Und, ja, ich glaube, dass ich mit meinen Erfahrungen und Kompetenzen – denn die gibt es auch – dazu beitragen kann, die Welt zu interpretieren. Nicht, dass dies ein Anspruch auf Wahrheit wäre. Aber jede Sicht auf die Welt ist eine Bereicherung – wenn sie denn ohne Machtinteressen, ohne Verachtung der „Anderen“, ohne Überheblichkeit entwickelt wird. Ich freue mich, wenn du meinen Blick kommentierst oder wir anderweitig in einen Austausch treten.

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